Dienstag, 26. Juli 2016

[Rezension] Tinderella




Nur ein Wisch und der richtige Mann ist da. So einfach soll das bei der Dating-App „Tinder“ angeblich gehen. Rosy findet, dass es einen Versuch wert ist. Was hat sie schon zu verlieren? Single ist sie ja schon. Die ungeschriebenen Regeln lernt sie dabei auf die harte Tour kennen: Typen, die sich mit nacktem Oberkörper auf ihren Profilbildern zeigen, sind meist Idioten. Ein Match verheißt noch lange keine große Liebesgeschichte. Und ein tolles Date hat manchmal keine Fortsetzung. Rosy tindert sich trotzdem wacker durchs Leben, verliebt sich in die Falschen, verkennt die Guten und wischt so lange weiter, bis eines Tages etwas ganz und gar Unerwartetes passiert ...
Quelle: Goldmann Verlag


Kennt ihr Tinder? Ja, Nein? Also ich kannte es nicht. Könnte aber auch daran liegen dass ich nicht auf der Suche bin, anders als bei anderen Flirtportalen gab es für Tinder aber auch nicht viel Werbung.

Dieses Buch bringt mir also Tinder näher und Rosy. 
Rosy ist single und das bisher auch aus Überzeugung, die aber recht schnell im Verlauf der Geschichte schwankt. Man kann sich mit Rosy gut identifizieren. Ich denke jedem ging es mal so das 5. Rad am Wagen zu sein, der einzige in der Clique der nicht vergeben ist.

Auch die anderen Freunde sind ziemlich transparent geschrieben, aber ich konnte mich nicht darauf konzentrieren. Ich habe nun lange mit mir gerungen dieses Buch fertig zu lesen und leider hat es sich für mich nicht gelohnt.

Das Cover ist schön in seiner Einfachheit und ich habe mich auf eine lustige Liebesgeschichte gefreut mit vielen Pannen rund ums -beinahe- Blind Date. Pannen gibt es und abservierte Männer aber lustig fand ich es nicht.
Erst als ich schon 1/4 gelesen hatte fand ich heraus dass es die wahre Geschichte der Autorin ist. Gut, da kann man dann nichts spritziges einbauen, wenn es so nicht passiert ist.

Die Charaktere sind nicht sher lebhaft. Man kann sich hineinversetzen und mit ihnen erlebtes verarbeiten aber das ganze Buch ist ziemlich sprunghaft von Szene zu Szene wobei jede Szene sehr....langatmig ist, abschweifend. Ich war einfach nur noch frustriert und genervt. Ein kleines Beispiel? Frei erfunden, ich will euch nur verdeutlichen wie es sich für mich anfühlte! "Heute muss ich einkaufen, ich glaube ich brauche Butter. Butter ist ja nahezu lebensnotwendig wenn man Brot essen will. Meine Tante war ja mal Bäckerin und die Backstube wurde damals Anno 1960 erbaut. Das war eine schöne Jugend die ich mit meiner Tante verbringen durfte. Ich habe mit ihrem Hund immer seine Leckerlies geteilt. Also ich brauche auch noch Brot und Wurst wen ich schon unterwegs bin."

Wie gesagt dieses Beispiel hat nichts mit dem Buch zu tun aber ich konnte mich sehr oft kaum auf die Handlung konzentrieren weil es plötzlich um was anderes ging, bevor man wieder zurückkehrte, oder auch nicht. Dann blätterte ich hin und her *seufz

Soviel also zum Schreibstil. Ich liebe Erklärungen, ich habe ein gut funktionierendes Kopfkino aber für mich muss ein Raum logisch aufgeteilt sein damit ich die Bewegungen der Personen darin nachvollziehen kann. Diese Erklärungen waren zuviel und vor allem zu verwirrend, es drehte sich alles im Kreis.

Witzig aber war dass ich mir Tinder aufs Handy geladen hatte, so fühlte ich mich Rosy ein kleines bisschen näher ;)

Ich habe mir mit diesem Buch viel Zeit gelassen, was mir auch leidtut denn ich habe es ja als Rezensionsexemplar zur baldigen Rezension bekommen. Ich dachte einfach, mit etwas Abstand, wird es besser ;)


Eine wundervolle Idee die so witzig hätte sein können! Leider war die Umsetzung nicht sehr gelungen. Ein Liebesroman auf Fantasie basierend, wäre vielleicht etwas spontaner, witziger, pfiffiger geworden. 



Liebe Grüße
Sabi


Donnerstag, 14. Juli 2016

[Rezension] Weil wir Flügel haben


Coverrechte liegen beim Verlag und bleiben hiervon unberührt.


Das Herz kann sich irren, aber es hört nie auf zu lieben

Seit vierzehn Jahren arbeitet die dreiunddreißigjährige Letty von morgens bis abends, während ihre Kinder, Alex und Luna, von ihrer Mutter erzogen werden. Als Lettys Eltern nach Mexiko zurückkehren, muss sie zum ersten Mal ihren Mutterpflichten nachgehen und Verantwortung für andere übernehmen. Panisch versucht sie sich dem Ganzen zu entziehen, doch einen Autounfall, eine ungewöhnliche Begegnung und einen Krankenhausaufenthalt später bekommt sie endlich die Möglichkeit, denen, die sie liebt, ein schöneres Leben zu bieten. Doch kann Letty ihre Ängste überwinden und ihre zweite Chance im Leben nutzen?
Quelle: Buecher.de


Das Cover des Buches ist endlich mal wieder was anderes. So einfach wie es gehalten ist, es hat mich mehr angesprochen als so mancher Newcomer im Buchladen.

Der Schreibstil ist teilweise ser komplex. Nicht im Handlungsstrang an sich aber die Geschichte schlägt oft Haken die ich sehr abrupt empfand.

Die Charaktere haben alle für sich ein schweres Päckchen zu tragen. Und wo ich Lettys Eltern verflucht habe, da war ich stolz auf sie selbst dass sie doch alles so gut gemeistert hat. zu gut? Ja, manchmal. Meine Eltern hätten nach so einer "Aktion" sicher sobald nichts von mir bekommen. Für die die das Buch schon kennen (sicher kann ich tiefgründiger denken, aber ich war sauer und das hätte Letty, zumindest erstmal, auch sein sollen)

Ich muss sagen zu Anfang des Buches hatte ich einige Schwierigkeiten mit den Konstellationen. Es gibt manche Verwirrungen da irgendwann Namen auftauchen die man irgendwie aus dem Kontext herausfiltern muss. Wer ist das nun? Was hat derjenige/diejenige mit der Geschichte zu tun.

Im großen und ganzen kann man sich mit diesem Buch gut identifizieren, nachvollziehen wieso einzelne Personen Handlungen vollziehen die für uns eigentlich absolut unnachvollziehbar sind. Klingt unlogisch? Ja fand ich am Anfang auch, aber dieses Buch regt sehr zum nachdenken an. Ich hatte es nicht mal eben runtergelesen.

Letty, die ihr Leben lang nichts mit ihren Kindern zu tun hatte muss sich plötzlich um ales kümmern und ich fand dass ihr Sohn Alex das weitaus besser gemeistert hat als sie. Zumindest bis zur Mitte des Buches. Letty handelt recht überstürzt und hat oft Glück im Unglück. Mich als Leser freut das denn sonst hätte das Buch ein schnelles Ende, aber es war nicht immer logisch.

Ich glaube aber dass man mit Logik bei diesem Buch sowieso nicht weit kommt. Man muss sich einfach darauf einlassen, dann kann man auch die Emotionen miterleben die sich durchs Buch ziehen. Man kann förmlich spüren wie sich das Leben der drei verändert und das gefiel mir dann doch sehr gut. Daher nur 1 Stern Abzug wegen dem stolpernden Beginn und der vielen Personen die am Ende zwar alle ihren Teil irgendwie beitragen, aber doch einfach zu schnell aufeinander hineingeworfen wurden.


Ein Buch über das Leben und das Erwachsenwerden das nicht nur die Kinder in der Geschichte betrifft. Ich muss auch ein paar Tage später noch daran denken und bin nicht schlauer, was würde ich in so einer Situation tun?