Mittwoch, 20. September 2017

[Rezension] Das Glück und wir dazwischen


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Was wäre wenn? Hannah trifft in einer Bar ihre Jugendliebe wieder. Was, wenn sie die Nacht mit Ethan verbringen würde? Ist er derjenige, nach dem sie sich schon immer sehnt? Oder sollte Hannahs Leben eigentlich ganz anders aussehen: mit Henry an ihrer Seite, der ihr nach einem schweren Unfall zeigt, was wirklich wichtig ist? Hannah befindet sich plötzlich gleichzeitig in zwei unterschiedlichen Leben – aber wo wartet ihr Happy End?
Quelle: Buchrücken

Wieder ein Buch, dessen Klappentext ein wenig was anderes vermuten lässt. Aber mit der Version, die mich im Buch erwartet hat, war ich viel glücklicher.
Ich glaube, insgeheim haben wir uns alle schon einmal gefragt, ob der Partner an unserer Seite der Richtige ist, oder aber ob es den einen Richtigen für uns gibt. Werden wir ihn kennenlernen, haben wir ihn schon kennengelernt? War es vielleicht der zu früh abgeschossene Ex?

Hannah ist neben dieser Frage auch noch einer anderen auf der Spur und so dreht sich in diesem Buch nicht alles nur um Partnerschaft. Man erlebt abwechslungsreich wie sich Hannah entwickelt. Jede Version beleuchtet Themen wie Heimat, Familie, Freundschaft und Liebe. Einige Schicksalsschläge sind ziemlich heftig und ich war zwischendurch sehr unentschlossen, welche Version ich lieber mag. Zum Glück, gab es eine zufriedenstellende Lösung, die ich euch aber nicht verrate :P
Trotzdem, am Ende und einige Wochen später, kann ich mich immer noch nicht entscheiden, was mich ziemlich fuchst, aber die Entscheidung sollte ich ja sowieso eher Hannah überlassen ;)

Das Cover ist an sich nichts besonderes. Schöne Farben, ein wenig schiefgestellte Schrift und schon fällt es direkt ins Auge. Ich finde es schön und es hebt sich von den teils sehr überladenen anderen Covern ab. Man erahnt, was für eine Geschichte sich im Inneren verbirgt.
Der Schreibstil ist wundervoll! Er hat mich von der ersten Seite an an das Buch gekettet und selbst die banalsten Szenen wurden zu einem beeindruckenden Kopfkino. Es war sicher nicht einfach, den beiden Versionen jeweils ihre persönliche Note zu verleihen, so dass der Leser durchaus neues erlebt und nicht alles doppelt, aber eben aus einer anderen Sicht durchgekauft wird.
Das ist der Autorin hier aber sehr gut gelungen. Ich war, nach der ersten Passage, geneigt, die zweite zu überfliegen, weil ich genau das dachte: Jetzt kommt das Gleiche, nur mit dem anderen Kerl. Ich habe dann sehr schnell zurückgerudert und es auf mich wirken lassen. Ich wurde nicht enttäuscht.

Hannah ist ein Mensch, der nicht stillsitzen kann, hatte ich den Eindruck. Sie kommt nicht zur Ruhe, kann nicht sesshaft werden und hat auch mit der Liebe so ihre Probleme. Dazu eine geknickte Beziehung zu ihrer Familie und ein kaputter Mensch ist geboren. Nö! Ausnahmsweise geht es mal nicht darum, wie unglaublich kaputt die Frau ist, die jetzt unbedingt gerettet werden muss! Natürlich hat sie einige Päckchen zu tragen, wie auch sonst soll man erkennen wie sie sich entwickelt? Und das Leben ist nun einmal nicht mit Zuckerguss überzogen.
Auch jeder Mensch um sie herum hat seine eigene Persönlichkeit, sein eigenes Päckchen um die sich genauso gekümmert wird. Es lösen sich viele Knoten, bis sich am Ende ein rundum passendes Geschenk ergibt. Beziehungsweise, zwei Geschenke ;)

Zwei in Eins. Zwei wundervolle Versionen eines Lebens, wie es unterschiedlicher fast nicht sein könnte. Trotzdem machen es gerade die vorhandenen Gemeinsamkeiten zu etwas ganz besonderem.





Montag, 4. September 2017

[Rezension] Manche Tage muss man einfach zuckern


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Dauersingle Sarah hat die fixe Idee, dass die große Liebe auf der Internetseite »Missed Connections« auf sie wartet. Die Plattform richtet sich an all diejenigen, die ihren Traumpartner schon auf den Straßen von New York gesehen haben, aber nicht mutig genug waren, ihn anzusprechen. Doch Sarahs Mr. Right hat sie wohl noch nicht entdeckt, und so fängt sie eine Affäre mit Jack an, dem attraktiven Bruder ihres Mitbewohners. Er schafft es, ein wenig unverbindlichen Spaß in ihr Leben zu bringen. Doch dann taucht ein anonymer Verehrer auf »Missed Connections« auf …
Quelle: Randomhouse Bloggerportal


Eventuell Spoiler!


Coverlover! Im Moment gibt es einige Cover in diesem Stil. Verschiedene Schriftarten, etwas Farbe und man hat mich. Dazu noch die süßen Zeichnungen, die Farbkombinationen. Da hat der Coverdesigner, vermutlich in Kombi mit dem Marketing, eine tolle Strategie verfolgt.
Aber, und das tut mir jetzt wirklich leid, bei diesem Buch bleibt es am Ende bei einer schönen Verpackung.
Der Clou im Nachhinein ist, dass der Titel nicht zwingend den Kern der Geschichte trifft, dabei aber sehr aussagekräftig ist. Nachdem ich das Buch zu Ende gelesen hatte ergab der Titel, der eh schon schön ist, einen noch tieferen Sinn.

Sarah ist ein Charakter, der sehr gut in der Nachbarschaft leben könnte, den dann aber alle darum beneiden, dass alles glatt läuft. Naja, nicht alles. Denn zu Beginn steht sie ohne Job und ohne Wohnung da, kommt bei ihrem besten Freund unter und macht sich auf Jobsuche. Der ist auch bald gefunden obwohl sie keine Ahnung von New Age hat. An dieser Stelle werfe ich mal ein, dass ich nichts gegen New Ager habe, auch nicht gegen Hippies oder dergleichen. Die Ironie, mit der Sarahs Leben mit ihren neuen Chefs beschrieben wird ist unterhaltsam. Allerdings machen mich die Leute dort oft echt sauer. Und eigentlich beginnt mit dem Arbeitsverhältnis schon die Wende, ab der vieles unrealistisch wird. Sie kennt sich nicht aus und erwähnt öfter dass sie sich besser einlesen muss, tut es aber nicht, sie hat kaum Geld, kann sich aber dann so ziemlich alles leisten.

Sarah scheint eine typische junge Frau zu sein, die dringend einen Job braucht, weil sie kaum mehr Rücklagen hat. Mietet sich dann aber kurz nach Arbeitsbeginn eine Wohnung. Sie lässt sich alles gefallen, beginnt aber eine Affaire mit dem heißen DJ Jack, bei der sie ziemlich taff vorgeht.
Ach, aber es ging ja um "Missed Connections"! Was der Klappentext ankratzt, halte ich für eine großartige Idee. Eine Plattform, die es ja auch bei uns gibt, auf der man Menschen suchen kann, die man auf der Straße gesehen hat. Leider geht es nicht tiefer, es wird sich kaum damit beschäftigt. Sie schaut regelmäßig dort nach und es gib auch durchaus witzige Suchanfragen, findet sich selbst und das alles ziemlich schnell.
Vor allem: Sie wartet, dass sie gefunden wird. Wieso sucht sie nicht? 

Dann bekommt ihr Leben besagten Wendepunkt: Job, Wohnung, Affaire, anonymer Verehrer... Und ab da kam ich mir ziemlich veräppelt vor. Ich hatte das Gefühl für blöd gehalten zu werden. Es mag ziemlich hart ausgedrückt sein, spiegelt es aber genau wider.

Man weiß! wer dieser anonyme Verehrer ist. Ich hatte nicht einmal die Chance ins Grübeln zu kommen, weil die Autorin das, was er in seinen Nachrichten schreibt, im wahren Leben genau der Person an den Leib geklebt wird. In keinem Moment kam ich auf die Idee, es könnte wer anderes sein. Und doch! Die Autorin beharrt darauf, dass es auch wer anders sein kann. Leider so plump, dass man nicht mit der Protagonistin mitfiebert, ihr zurufen will, dass sie die Zeichen anders deuten soll. Sondern sich wirklich so fühlt, als traue die Autorin einem nichts zu. Und das war das Aus für die Geschichte.

Natürlich habe ich sie zu Ende gelesen und sie ist nicht nur schlecht. Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass es keine Stellen gab in denen ich geschmunzelt, gelitten und geflucht habe. Das Ende ist vorhersehbar, beinhaltet aber eine Szene, die mir unheimliche Genugtuung verschafft hat.

Für einen eigenen Eindruck bekommt ihr hier noch einen Blick ins Buch:


Und kaufen könnt ihr es unter anderem, direkt hier beim Verlag :)


Eine Geschichte bei der mir einiges an Tiefgang fehlt. Charaktere, mit denen man Leben kann, die aber viele Lücken aufweisen. Insgesamt nichts, das mich fordert.